Motivation
Die Land- und Forstwirtschaft prägt nicht nur unsere Kulturlandschaft, sondern ist auch ein fundamentaler Pfeiler unserer Volkswirtschaft. Sie sichert unsere Ernährung und versorgt uns mit wichtigen Rohstoffen. Doch dieser Sektor steht heute im Spannungsfeld zweier großer Herausforderungen: Einerseits milliardenschwere staatliche Subventionen, die Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit sichern sollen, und andererseits steigende Produktionskosten, volatile Märkte und strukturelle Anpassungszwänge, die die wirtschaftliche Tragfähigkeit vieler Betriebe gefährden.
Datengrundlage
In diesem Projekt werden Sie anhand von aktuellen Daten des Bundesministeriums, der EU-Kommission (GAP-Zahlungen) und statistischer Ämter die ökonomischen Dimensionen dieser Entwicklungen genau untersuchen. Sie werden analysieren, wie Subventionen verteilt werden, welche Betriebstypen und Regionen besonders abhängig von Förderungen sind und welche wirtschaftlichen Effekte daraus entstehen. Der Fokus liegt dabei sowohl auf der gesamtwirtschaftlichen Perspektive als auch auf spezifischen Teilsektoren - etwa der Forstwirtschaft als Fallstudie für strukturelle Transformation und Kostenentwicklung.
Ihre Aufgabe ist es, durch fundierte datengestützte Analysen Licht ins Dunkel dieser komplexen Zusammenhänge zu bringen. Sie werden die Effektivität von Förderinstrumenten kritisch hinterfragen, Verteilungswirkungen quantifizieren und die realen volkswirtschaftlichen Kosten des aktuellen Subventionssystems bewerten. Auf Basis Ihrer Erkenntnisse können Sie fundierte Handlungsempfehlungen ableiten, die für Politik, Agrarverbände und Unternehmen von entscheidender Bedeutung sind, um die deutsche Land- und Forstwirtschaft effizienter, wettbewerbsfähiger und wirtschaftlich zukunftsfähig zu gestalten.
- Verschaffen Sie sich in einem ersten Schritt einen Überblick über die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft. Dies hilft Ihnen, die Relevanz der staatlichen Förderungen und die potenziellen Kosten besser einzuordnen. Führen Sie eine Recherche durch, um die folgenden makroökonomischen Kennzahlen für das Jahr 2024 zu ermitteln. Beantworten Sie die folgenden Fragen in Textform und geben Sie für jede Information die exakte Quelle an.
- EU-Agrarsubventionen:
- Wie hoch ist das Gesamtbudget für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU für Gesamteuropa?
- Welchen Betrag davon erhält Deutschland?
- Wirtschaftliche Bedeutung (Bruttoinlandsprodukt - BIP):
- Wie hoch ist der prozentuale Anteil der Land- und Forstwirtschaft am BIP der gesamten EU?
- Wie hoch ist der entsprechende Anteil am BIP Deutschlands?
- Bedeutung für den Arbeitsmarkt:
- Welcher prozentuale Anteil aller Erwerbstätigen in der EU ist im Sektor Land- und Forstwirtschaft beschäftigt?
- Welcher prozentuale Anteil ist es in Deutschland?
Deutschland erhält jährlich rund 6,3 Milliarden Euro aus dem EU-Gesamtbudget, das im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eingesetzt wird.1 Das gesamte GAP-Budget der EU lag 2024 bei 56,2 Milliarden Euro.2
Der Landwirtschaftssektor trug 2024 in der EU insgesamt rund 1,59 % zum Bruttoinlandsprodukt bei.3 In Deutschland lag der Anteil laut CIA bei etwa 0,8 %, während die Weltbank ihn leicht höher, nämlich bei rund 0,83 %, beziffert.4
In der EU waren 2023 rund 3,8 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt.5 In Deutschland lag der Anteil 2024 bei 1,2 %, wobei hier auch Beschäftigte aus Forstwirtschaft und Fischerei erfasst sind.6
➔ Die Quellen sind in den hochgestellten Zahlen als Hyperlinks eingebettet und sind am Ende der Ausarbeitung auch im Quellenverzeichnis aufgelistet
Einlesen
Für die Politik und die Wirtschaft ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, wie sich der strukturelle Wandel, bestehend aus steigenden Produktionskosten, globalen Handelskonflikten, technologischem Wandel und veränderten Marktbedingungen, auf die Erträge, Kosten und die Struktur des gesamten Sektors auswirkt. Um diese komplexen Zusammenhänge zu beleuchten, sollen Sie nun die nachfolgenden Datensätze und Berichte genauer analysieren.
- Lesen Sie den Datensatz
Subventionen.csvaus ihremDaten-Ordner ein und speichern Sie diesen alssubventionen_gesamtab.
Der Datensatz enthält für jeden Begünstigten (z.B. einen Landwirt oder ein Unternehmen) oft mehrere Beobachtungen in unterschiedlichen Zeilen. Dies liegt daran, dass für jede erhaltene Fördermaßnahme eine eigene Zeile existiert. Der Datensatz ist aktuell nicht für eine Analyse auf Ebene des Begünstigten passend, da die Informationen zu den verschiedenen Fördertöpfen untereinander stehen, weshalb der Datensatz nun in ein Wide-Format umgewandelt werden soll. Passen Sie den Datensatz so an, dass die unterschiedlichen Fördertöpfe (EGFL, ELER, Nationale_Kofinanzierung) die Spalten darstellen. Tragen Sie in die Zellen die jeweiligen Gesamtbeträge ein, die ein Begünstigter aus dem entsprechenden Topf im jeweiligen Jahr erhalten hat.
Erstellen Sie anschließend eine neue Spalte namens
Förderbetrag_berechnet. Diese Spalte soll für jeden
Begünstigten die Summe aus den Werten der Spalten
EGFL_Förderbetrag, ELER_Förderbetrag und
Nationale_Kofinanzierung enthalten.
Recherchieren Sie die Bedeutung der drei Hauptfördertöpfe EGFL, ELER und Nationale Kofinanzierung. Erklären Sie anschließend kurz in Ihren eigenen Worten, wofür diese Fonds stehen und wie sie sich in ihren Förderzielen und Maßnahmen unterscheiden.
Hinweis 1: Die Datei Subventionen.csv.zip
enthält die Subventionen.csv in gezippter Form um diese in
GitHub hochladen zu können. Sie können die entzippte Datei nicht auf
GitHub pushen, sondern immer nur Subventionen.csv.zip.
Hinweis 2: Für die Recherche können die Seiten des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) oder der EU-Kommission hilfreich sein.
Hinweis 3: Die Daten haben wir für Sie entsprechend aufbereitet. Die Ursprungsdaten können Sie auf der folgenden Webseite finden.
EGFL (Europäische Garantiefonds für die Landwirtschaft) finanziert die Direktzahlungen an Landwirte und sorgt dafür, dass ihre Einkommen stabil bleiben. Außerdem unterstützt er Maßnahmen, die die Agrarmärkte der EU sichern und stabilisieren. 7
ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) fördert Projekte, die die Entwicklung ländlicher Regionen stärken. Er unterstützt langfristige Verbesserungen im ländlichen Raum und macht diese Regionen lebenswerter und wettbewerbsfähiger. 7
Nationale Kofinanzierung bedeutet, dass ein Land zusätzlich eigenes Geld zu einem EU-Förderprogramm dazugeben muss. Ein Projekt wird also gemeinsam von der EU und dem jeweiligen Staat bezahlt, damit es überhaupt finanziert werden kann. 8
Der EGFL bezahlt vor allem regelmäßige Direktzahlungen an Landwirte, während der ELER Projekte für Umwelt und ländliche Entwicklung unterstützt. Die nationale Kofinanzierung unterscheidet sich von beiden, weil sie kein eigener EU-Fonds ist, sondern der zusätzliche Anteil eines Staates, der zu EU-Förderungen dazukommen muss. 7 8
Nachdem Sie die Daten zu den Subventionen aufbereitet haben, wenden Sie sich nun den zentralen Daten der Waldbrandstatistiken zu. Um später die ökonomischen Folgen von Produktionsrisiken und strukturellen Belastungen analysieren zu können, ist es wichtig, auch diese Daten vorab aufzubereiten und in ein wide Format zu bringen, welches für die Folgeanalysen erforderlich ist.
- Lesen Sie den Datensatz
Waldbrände_gesamt.csvein und speichern diesen alswaldbraende_gesamtab. In diesem Datensatz erhalten Sie eine Übersicht, wie viele Waldbrände monatlich in einem Bundesland (und in Deutschland gesamt) auftreten und welche Fläche dabei gebrannt hat. Der Datensatz liegt aktuell noch im long-Format vor. Transformieren Sie den Datensatz so, dass Sie pro Region und Monat eine Beobachtung haben. Erstellen Sie dabei separate Spalten für dieAnzahlder Brände und die verbrannteFläche(in Hektar). Benennen Sie abschließend die Spalten für die Gesamtbrände inGesamtmonatlich_AnzahlundGesamtmonatlich_haum.
Hinweis: Auch für diese Aufgabe haben wir die Daten für Sie aufbereitet. Die Originaldaten können Sie auf der folgenden Webseite finden.
- In einem weiteren Datensatz haben Sie nun aggregierte Jahreswerte zu
Ursachen, Kosten und Präventionsmaßnahmen von Waldbränden auf
Bundeslandebene (einschließlich Gesamtdeutschland). Lesen Sie hierzu den
Datensatz
Waldbrände_Übersicht.csvein und speichern diesen alswaldbraende_informationab. Fügen Sie anschließend die beiden Datensätzewaldbraende_gesamtundwaldbraende_informationzu einem großen Datensatzwaldbraendezusammen. Verwenden Sie die VariablenRegionundJahrals Schlüssel für ihrenJoin.
Beantworten Sie anschließend die Frage, welche Art von “Join” sich in diesem Fall anbietet und warum?
Hinweis: Der Datensatz waldbraende ist nun ihr
Hauptdatensatz, der als Grundlage für die Analysen zu Waldbränden und
deren Faktoren dient.
In diesem Fall bietet es sich an, einen left join auszuführen, wobei waldbraende_gesamt als Masterdatensatz dient. Beide Tabellen enthalten zwar die Spalten „Jahr“ und „Region“, jedoch gibt es im Datensatz waldbraende_Information für jede Region-Jahr-Kombination genau einen Eintrag. Würde man stattdessen waldbraende_Information als Master verwenden, entstünde ein Zuordnungsproblem: In waldbraende_gesamt existieren zu jedem dieser Paare zwölf Zeilen – eine pro Monat. Damit wären die Werte nicht mehr eindeutig verknüpfbar.
Konsistenzcheck
Nachdem Sie im ersten Teil die Rohdaten aufbereitet haben, folgt nun die Validierung und erste deskriptive Analysen. In einem primären Schritt ist es das Ziel, die Struktur der Fördergelder zu verstehen, Ungereimtheiten in den Daten aufzudecken und erste ökonomische Muster im Kontext der Landwirtschaft zu erkennen.
- In Ihrem aufbereiteten Datensatz
subventionen_gesamthaben Sie nun eine Spalte mit dem angegebenen Gesamtbetrag (Förderbetrag_gesamt) pro Begünstigtem und eine Spalte mit Ihrer eigenen Berechnung (Förderbetrag_berechnet). Sie möchten nun überprüfen, ob Ihre eigene Summierung der Einzelbeträge mit den ausgewiesenen Gesamtsummen übereinstimmt.
Aggregieren Sie dafür Ihre Daten auf Ebene der Bundesländer unabhängig der einzelnen Jahre 2023 und 2024. Erstellen Sie eine übersichtliche Tabelle, die für jedes Bundesland die folgenden Spalten enthält:
- Die Summe der in den Originaldaten ausgewiesenen Gesamtbeträge pro Begünstigten (Förderbetrag_gesamt).
- Die Summe aus den beiden zuvor berechneten Spalten (Förderbetrag_berechnet).
- Die absolute Abweichung zwischen diesen Förderbeträgen.
Achten Sie dabei auf eine ansprechende Darstellung mithilfe der Pakete kableExtra oder gt. Sortieren Sie die Tabelle absteigend nach der Summe laut Originaldaten. Beschreiben und interpretieren Sie ihre Tabelle. Gehen Sie bei der Interpretation insbesondere auf folgende Fragen ein:
- In welchen Bundesländern ist die absolute Summe der “unerklärten” Differenzen am größten?
- Sofern es zu Differenzen kommt, erklären Sie, warum es überhaupt dazu kommt, obwohl die Daten aus einer offiziellen Quelle stammen.
- Wodurch können die Unterschiede begründet sein?
Hinweis Für die Recherche und Beantwortung der Unterschiede können Sie folgenden Seiten als Augangslage nutzen: European Council und European Commission
| Bundesland | Orginalwert (in Mio €) | Berechneter Wert (in Mio €) | Absolute Differenz (in Mio €) |
|---|---|---|---|
| Bayern | 1421.23 | 1286.81 | 134.42 |
| Niedersachsen | 966.03 | 939.27 | 26.76 |
| Baden-Württemberg | 683.39 | 613.81 | 69.57 |
| Nordrhein-Westfalen | 633.84 | 594.13 | 39.71 |
| Sachsen-Anhalt | 598.78 | 552.65 | 46.14 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 598.51 | 569.97 | 28.54 |
| Brandenburg | 598.36 | 564.37 | 33.99 |
| Sachsen | 475.95 | 446.33 | 29.62 |
| Thüringen | 425.68 | 392.95 | 32.74 |
| Schleswig-Holstein | 399.57 | 370.23 | 29.34 |
| Hessen | 335.00 | 320.41 | 14.59 |
| Rheinland-Pfalz | 323.47 | 293.27 | 30.21 |
| Saarland | 34.71 | 31.22 | 3.50 |
| Hamburg | 7.40 | 7.23 | 0.17 |
| Berlin | 6.35 | 5.47 | 0.87 |
| Bremen | 4.87 | 4.40 | 0.47 |
- Aus der Tabelle kann man leicht sehen, dass der größte absolute Unterschied in Bayern ist und dann folgen Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen.
- Obwohl die Daten aus einer offiziellen Quelle kommen, entstehen Unterschiede, weil der offizielle Betrag aus den Verwaltungssystemen enthält. Unser berechneter Betrag basiert nur auf den veröffentlichten Einzelwerten, die nicht alle Informationen zeigen. Außerdem ist die veröffentlichte Datei für Transparenz gemacht und nicht dafür, die Daten ganz genau nachzubilden. Das bedeutet, dass einige Maßnahmen zusammengefasst wurden oder kleine Zahlungen nicht enthalten sind.
- Mögliche Gründe für die Abweichungen sind zum Beispiel Daten, die an einer Stelle enthalten sind, aber an anderer fehlen, nicht erfasste kleine Zahlungen oder Unterschiede, die durch Rundungen entstehen.
Deskriptive Analysen - Landwirtschaft im Spannungsfeld von Förderung und finanziellen Herausforderungen
- Zu Beginn sollen Sie sich einen ersten konkreten Überblick über die
Empfängerstruktur verschaffen. Es ist wichtig zu verstehen, welche Art
von Akteuren sich hinter diesen Zahlen verbergen. Ihre Aufgabe ist es,
eine Tabelle mit ihrem Datensatz
subventionen_gesamtzu erstellen, die die 6 Begünstigten mit den höchsten und die 6 Begünstigten mit den niedrigsten Gesamtfördersummen (Förderbetrag_gesamt) im Haushaltsjahr 2024 zeigt.
Die Tabelle soll folgende Informationen enthalten:
- Name des Begünstigten,
- Gesamtfördersumme,
- Postleitzahl,
- Gemeinde,
- Bundesland
Beschreiben und interpretieren Sie anschließend die Tabelle. Gehen Sie dabei auf folgende Fragen ein:
- Was ist eine Beobachtung in Ihrem Datensatz
subventionen_gesamt? - Was fällt Ihnen beim Vergleich der Top-6- und der Niedrigste-6-Empfänger besonders auf?
- Welche Rolle spielt die Forstwirtschaft unter den Subventionsempfängern?
| Name | Gesamtfördersummen (in €) | Postleitzahl | Gemeinde | Bundesland |
|---|---|---|---|---|
| Landesbetr. f.Hochwasserschutz u. Wasserwirtsch. (LHW) | 37149868.42 | 39104 | Magdeburg, Landeshauptstadt | Sachsen-Anhalt |
| Landesbetrieb für Küstenschutz Nationalpark u Meeresschutz | 17070234.73 | 25813 | Husum, Stadt | Schleswig-Holstein |
| Land Mecklenburg-Vorpommern Ministerium für | 13243166.07 | 19061 | Schwerin, Landeshauptstadt | Mecklenburg-Vorpommern |
| Landesamt für Umwelt (LfU) | 7892895.63 | 14476 | Potsdam, Stadt | Brandenburg |
| Landgard Obst + Gemüse GmbH + Co. KG | 3825087.21 | 47638 | Straelen, Stadt | Nordrhein-Westfalen |
| Landesforst Mecklenburg-Vorpommern | 3795238.63 | 17139 | Malchin, Stadt | Mecklenburg-Vorpommern |
| Kleinempfänger | 55.51 | 04886 | Arzberg | Sachsen |
| Kleinempfänger | 48.80 | 96482 | Ahorn | Bayern |
| Kleinempfänger | 36.45 | 97753 | Karlstadt, St | Bayern |
| Kleinempfänger | 36.43 | 29468 | Bergen an der Dumme, Flecken | Niedersachsen |
| Kleinempfänger | 26.45 | 02894 | Vierkirchen | Sachsen |
| Kleinempfänger | 25.48 | 97348 | Markt Einersheim, M | Bayern |
- Eine Beobachtung im Kontext unserer Tabelle ist ein einzelner Empfänger, der in einem bestimmten Haushaltsjahr Subventionen erhält.
- Der erste Unterschied, der sofort auffällt, ist die enorme Höhe der Subventionen. Es gibt auch einen klaren Unterschied zwischen den Empfängern selbst: Die Empfänger mit den niedrigsten Beträgen sind als „Kleinempfänger“ gekennzeichnet, während sich unter den größten Empfängern staatliche und öffentliche Institutionen befinden. Eine weitere Information aus der Tabelle betrifft den Standort. Man sieht deutlich, dass die höchsten Subventionen überwiegend an östliche und nördliche Bundesländer vergeben werden.
- Der Forstsektor ist zwar vertreten, aber große Fördermittel erhalten hauptsächlich große staatliche Forstbetriebe. Dies wird in der Tabelle deutlich, da staatliche Strukturen wie „Landesforst Mecklenburg-Vorpommern“ hohe Subventionen erhalten und zu den größten Empfängern gehören. Kleine Waldbesitzer können jedoch nicht gesondert betrachtet werden, da sie in der Gruppe „Kleinempfänger“ erscheinen.
- Sie sollten sich im ersten Schritt einen Überblick über ihre Daten
und deren Verteilung verschaffen. Auf Basis des Datensatzes
subventionen_gesamtsollten Sie eine deskriptive Tabelle mit der Anzahl an Beobachtungen (ohne fehlende Werte), den Mittelwerten, den Standardabweichungen, dem Median sowie den Minima und Maxima für folgende Variablen erstellen:
- EGFL_Förderbetrag,
- ELER_Förderbetrag,
- Nationale_Kofinanzierung,
- Förderbetrag_gesamt,
- Förderbetrag_berechnet
Achten Sie auch hier auf eine ansprechende Darstellung der Tabelle. Beschreiben und interpretieren Sie ihre Tabelle. Gehen Sie insbesondere auf die Verteilungen der einzelnen Variablen ein. Was fällt hier besonders auf?
| Förderart | Beobachtungen | Minimum | Maximum | Mittelwert | Standardabweichung | Median |
|---|---|---|---|---|---|---|
| EGFL Förderbetrag | 288334 | 0 | 6345377 | 18075.44 | 51772.29 | 7256.10 |
| ELER Förderbetrag | 288334 | -840 | 28223329 | 5818.06 | 87094.53 | 560.53 |
| Summe EGFL, ELER & Nationale Kofinanzierung | 288334 | 0 | 28223329 | 24251.48 | 104736.93 | 9515.18 |
| Förderbetrag gesamt | 288334 | 0 | 37149868 | 26057.11 | 132233.18 | 10011.80 |
| Nationale Kofinanzierung | 288334 | 0 | 644951 | 357.98 | 2362.96 | 0.00 |
Die erhaltene Tabelle gibt einen Überblick über die Verteilung der verschiedenen Arten von Subventionen. Für alle fünf Variablen gibt es 288.334 Beobachtungen, was bedeutet, dass es praktisch keine fehlenden Werte gibt. Auffällig ist sofort die starke Ungleichverteilung und, dass der Durchschnitt höher ist als der Median. Das bedeutet, dass eine kleine Gruppe von Empfängern sehr hohe Subventionen erhält, während der Großteil nur relativ kleine Beträge bekommt. Besonders deutlich wird, dass die Mehrheit entweder keinen oder nur sehr niedrige Beträge erhält. Das zeigt, dass die Gelder auf bestimmte Projekte konzentriert sind, die nur wenige Empfänger, aber dafür mit hohen Summen unterstützen. Außerdem sehen wir, dass es beim ELER negative Werte gibt. Diese zeigen Rückzahlungen oder Korrekturen von bereits erhaltenen Beträgen. Ein weiterer Punkt ist, dass „Summe EGFL, ELER & Nationale Kofinanzierung“ und „Förderbetrag_gesamt“ sehr nah beieinander liegen. Das bestätigt, dass der aus den Daten berechnete Wert dem offiziellen Betrag stark entspricht. Der offizielle Wert ist jedoch etwas höher, weil er zusätzliche Komponenten oder spätere Korrekturen enthält.
Die bisherigen Analysen haben Ihnen einen Überblick über die Gesamtstruktur der Agrarförderung in den Jahren 2023 und 2024 verschafft. Um die regionalen Unterschiede und die Finanzierungslogik besser zu verstehen, ist es nun sinnvoll, sich zunächst intensiv mit einem einzelnen Jahr auseinanderzusetzen. Konzentrieren Sie sich daher in der folgenden Aufgabe auf das Haushaltsjahr 2023 und analysieren Sie die detaillierte Zusammensetzung der Fördergelder auf Bundeslandebene. Diese Bestandsaufnahme ermöglicht es Ihnen später, in Aufgabe 9 systematisch Veränderungen zwischen 2023 und 2024 herauszuarbeiten.
- Schauen Sie sich in einem nächsten Schritt die Zusammensetzung der
Fördergelder im Datensatz
subventionen_gesamtauf Bundesland-Ebene für 2023 an. Visualisieren Sie, wie sich EGFL, ELER, Nationale Kofinanzierung und Sonstige Nationale Mittel (Differenz aus Förderbetrag_gesamt und Förderbetrag_berechnet) pro Bundesland anteilig zusammensetzen. Beschränken Sie für diese Analyse ihre Daten auf das Haushaltsjahr 2023. Gruppieren Sie die Daten nach Bundesland und berechnen Sie die Summen für EGFL_Förderbetrag, ELER_Förderbetrag, Nationale_Kofinanzierung und Sonstige nationale Mittel. Erstellen Sie nun ein gestapeltes (stacked) Balkendiagramm, das für die Bundesländer die prozentuale Zusammensetzung der Fördergelder (in Bezug auf die gesamte Fördersumme) darstellt. Die Balken sollen die Anteile von EGFL, ELER, Nationale Kofinanzierung und der von Ihnen berechneten Differenz visualisieren.
Beschreiben und interpretieren Sie anschließend ihre Grafik. Gehen Sie insbesondere auf folgende Fragen ein:
- Welche Unterschiede in der Förderstruktur fallen Ihnen zwischen den Bundesländern auf?
- Welche Gründe könnten diese Verteilungen erklären?
- Welche ökonomischen Schwerpunkte (z.B. in Bezug auf Einkommenssicherung vs. ländliche Entwicklung) lassen sich aus diesen unterschiedlichen Strukturen für die Agrarpolitik der jeweiligen Bundesländer ableiten? Beziehen Sie sich hierbei auf Ihre Ergebnisse der Aufgabe 2.
- Die Unterschiede zwischen den Bundesländern zeigen deutlich, dass ihre
Agrarfinanzierung nicht einheitlich ist. Bundesländer mit einem sehr
hohen EGFL-Anteil sind stärker von Direktzahlungen abhängig. Das
bedeutet, dass die Einkommenssicherung für landwirtschaftliche Betriebe
dort eine zentrale Rolle spielt, während projektbezogene Maßnahmen eine
geringere Bedeutung haben. Im Gegensatz dazu haben Berlin, Bremen und
Sachsen einen sehr kleinen EGFL-Anteil, während der ELER dort dominiert.
Das zeigt, dass diese Bundesländer stärker auf strukturelle Maßnahmen
wie Umweltprojekte, regionale Entwicklung und spezifische
Förderprogramme setzen.Die hohen „sonstigen nationalen Mittel“ in
einigen Bundesländern zeigen außerdem, dass diese Regionen bewusst
nationale und regionale Gelder einsetzen, um fehlende Direktzahlungen
auszugleichen oder eigene politische Schwerpunkte zu setzen. Dies weist
auf eine aktivere regionale Agrarpolitik hin. - Die Verteilungen lassen
sich durch die unterschiedliche landwirtschaftliche Struktur der
Bundesländer erklären. Dort, wo es viel landwirtschaftliche Nutzfläche
gibt, dominiert der EGFL. In städtischen oder landwirtschaftlich
schwächeren Regionen spielen ELER-Mittel und nationale Programme eine
größere Rolle. Auch politische Prioritäten und die Bereitschaft, eigene
Programme zu finanzieren, führen zu unterschiedlichen Anteilen
nationaler Mittel. - Die unterschiedlichen Förderanteile zeigen, dass
die Bundesländer verschiedene wirtschaftliche Schwerpunkte setzen. In
den östlichen Bundesländern deutet ein hoher EGFL-Anteil auf den Fokus
der Einkommenssicherung hin, was zur Agrarstruktur dort passt. In
westlichen und südlichen Bundesländern weist ein größerer Anteil von
ELER und nationalen Mitteln auf projektbezogene Förderung, ländliche
Entwicklung und Umweltprogramme hin, was die Logik der zweiten Säule aus
Aufgabe 2 widerspiegelt.
Nachdem Sie die Struktur der Förderungen innerhalb der Bundesländer und innerhalb eines Jahres analysiert haben, gehen Sie nun einen Schritt weiter und betrachten die Dynamik über die Zeit. Für politische Entscheidungsträger und Wirtschaftsanalysten ist es von großem Interesse zu sehen, ob sich das Gesamtvolumen der Agrarsubventionen verändert - und wenn ja, in welchen Regionen diese Änderungen am stärksten ausfallen. Mögliche Rückgänge oder Zuwächse können wichtige Indikatoren für politische Neuausrichtungen oder veränderte Rahmenbedingungen sein.
- In der nächsten Aufgabe sollen Sie daher, die Entwicklung der
Gesamtfördersummen zwischen 2023 und 2024 auf Bundeslandebene
quantifizieren und visualisieren. Aggregieren Sie hierzu Ihren Datensatz
subventionen_gesamtnach Bundesland und Haushaltsjahr, um die jährliche Gesamtfördersumme für jedes Bundesland zu berechnen. Berechnen Sie anschließend die absolute Veränderung der Fördersumme von 2023 auf 2024 in Millionen Euro, sowie die relative (prozentuale) Veränderung der Fördersumme im gleichen Zeitraum pro Bundesland.
Erstellen Sie eine übersichtliche Tabelle, die die Fördersummen für 2023 und 2024, sowie die absolute und relative Veränderung für alle Bundesländer darstellt. Achten Sie auf eine ansprechende und gut lesbare Formatierung mit kableExtra oder gt, inklusive sinnvoll gerundeter Zahlen.
Beschreiben und interpretieren Sie ihre Tabelle. Gehen Sie auch auf folgende Fragen ein:
- In welchen Bundesländern gab es die größten absoluten Zuwächse bzw. Rückgänge? In welchen waren die prozentualen Veränderungen am stärksten?
- Gibt es einen erkennbaren Trend über alle Bundesländer hinweg?
- Recherchieren Sie kurz mögliche Gründe für die auffälligsten Veränderungen. Welche externen Faktoren (z.B. Förderrichtlinien der EU oder nationale Umschichtungen) könnten diese Entwicklungen erklären?
Hinweis 1: Nutzen Sie zur Berechnung der Gesamtfördersumme die Fördermittel aus ELER, EGFL, Nationaler Kofinanzierung und sonstigen nationalen Mitteln.
Hinweis 2: Ordnen Sie ihre Tabelle sinnvoll an (z.B. nach den Fördersummen in 2023 oder nach den Änderungen der absoluten Fördersummen).
| Veränderung der Agrarsubventionen | ||||
| Vergleich des gesamten Fördervolumens zwischen 2023 und 2024 (in Mio. Euro) | ||||
| Bundesland | Gesamtsumme 2023 (Mio. €) | Gesamtsumme 2024 (Mio. €) | Abs. Veränderung (Mio. €) | Rel. Veränderung (%) |
|---|---|---|---|---|
| Saarland | 17.38 | 17.33 | −0.05 | −0.3% |
| Bremen | 2.61 | 2.26 | −0.35 | −13.4% |
| Hamburg | 3.96 | 3.44 | −0.52 | −13.1% |
| Berlin | 3.76 | 2.59 | −1.18 | −31.3% |
| Hessen | 181.51 | 153.49 | −28.02 | −15.4% |
| Thüringen | 227.59 | 198.09 | −29.50 | −13.0% |
| Rheinland-Pfalz | 186.46 | 137.01 | −49.45 | −26.5% |
| Baden-Württemberg | 368.65 | 314.74 | −53.91 | −14.6% |
| Schleswig-Holstein | 227.04 | 172.53 | −54.51 | −24.0% |
| Nordrhein-Westfalen | 356.61 | 277.23 | −79.38 | −22.3% |
| Sachsen | 280.39 | 195.56 | −84.83 | −30.3% |
| Brandenburg | 343.29 | 255.08 | −88.21 | −25.7% |
| Mecklenburg-Vorpommern | 344.70 | 253.81 | −90.89 | −26.4% |
| Sachsen-Anhalt | 351.54 | 247.24 | −104.30 | −29.7% |
| Niedersachsen | 577.14 | 388.89 | −188.25 | −32.6% |
| Bayern | 814.11 | 607.12 | −206.99 | −25.4% |
Aus der Tabelle sieht man, dass in allen Bundesländern das Gesamtvolumen der Agrarsubventionen zwischen 2023 und 2024 sinkt. Die größten Rückgänge gibt es jedoch in Bayern und Niedersachsen. Bei der prozentualen Veränderung treten die stärksten relativen Rückgänge in Niedersachsen, Sachsen und Berlin auf.
Die Tabelle zeigt einen klaren allgemeinen Abwärtstrend. Sowohl die hohen Summen in den großen Agrarbundesländern als auch die kleineren Beträge in den Stadtstaaten gehen zurück. Das bedeutet, dass es sich nicht um einen regionalen Einzelfall handelt, sondern um eine allgemeine Reduzierung der ausgezahlten Mittel im ganzen Land.
Mögliche Gründe könnten administrative und strukturelle Veränderungen bei der Einführung der neuen Agrarpolitik sein. Am Anfang solcher Änderungen kommt es oft zu Verzögerungen, zur Umverteilung von Mitteln und zur Anpassung an neue Vorgaben. Das führt zu niedrigeren Auszahlungen. Diese Prozesse betreffen besonders Bundesländer mit hohen Fördersummen, während kleinere Bundesländer geringere absolute Veränderungen zeigen. Außerdem ist wichtig zu erwähnen, dass vor allem die 2. Säule (ELER) besonders betroffen ist.
Nachdem Sie die Verteilung und Entwicklung der Agrarförderungen analysiert haben, sollen Sie diese nun in den breiteren ökonomischen Kontext einbetten. Staatliche Subventionen sichern Einkommen und stabilisieren Betriebe, stehen jedoch einer Reihe von ökonomischen Risiken und Kostenfaktoren gegenüber - etwa volatile Marktpreise, steigende Produktionskosten oder strukturelle Anpassungslasten. Diese Aufgabe soll die Brücke schlagen zwischen der reinen Subventionsanalyse und der nachfolgenden, vertieften Untersuchung von wirtschaftlichen Belastungen und Risikofaktoren im Sektor.
- Lesen Sie den Artikel Landwirte haben Riesenschäden durch extreme Wettereignisse aus dem Wochenblatt für Landwirtschaft & Landleben. Stellen Sie in einer ersten Beschreibung die im Artikel genannten jährlichen Durchschnittsschadenssummen durch Extremwetterereignisse den berechneten Subventionen ihrer Analyse gegenüber. Beantworten Sie auf Basis Ihrer bisherigen Analyse und den Erkenntnissen aus dem Artikel die folgenden Fragen:
- Diskutieren Sie das Verhältnis der Subventionen und den Schadenssummen. Inwiefern können die milliardenschweren Agrarsubventionen als eine Art staatliche Risikoprämie oder Versicherung für die Landwirtschaft interpretiert werden, um klimabedingte Ertragsschwankungen abzufedern?
- Der Artikel zitiert Bundesminister, die mehr “Krisenvorsorge” und “Anpassungsmaßnahmen” fordern. Argumentieren Sie, warum eine reine Kompensation von Schäden durch Subventionen ökonomisch weniger effizient sein könnte als die Förderung von präventiven Maßnahmen.
- Bewerten Sie die folgenden zwei politischen Ansätze zur Minderung
von Klimaschäden in der Landwirtschaft. Diskutieren Sie für jeden Ansatz
kurz einen potenziellen Vorteil und einen Nachteil aus ökonomischer
Sicht:
- Ansatz A: Erhöhung der Direktzahlungen (EGFL) an Landwirte, um Liquidität nach Ernteausfällen sicherzustellen.
- Ansatz B: Umschichtung von Fördergeldern hin zu Projektförderungen (ELER), die gezielt in klimaresiliente Technologien investieren (z.B. Bewässerungssysteme, trockenresistente Sorten).
Unsere bisherigen Analysen zeigen, dass die flächenabhängigen Agrarsubventionen primär große Landwirtschaftsbetriebe begünstigen, was eine schiefe und ungerechte Verteilung der Gelder zur Folge hat. Diese großen Agrarunternehmen profitieren stark von diesen Zahlungen, wodurch die Ungleichheit in der Branche verstärkt wird.Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass der Erhalt dieser hohen Subventionen keine verbindliche Verpflichtung zur Investition in Klimaschutzmaßnahmen oder vorsorgende Klimaanpassungen nach sich zieht. Somit führen die Zahlungen nicht automatisch zu einer besseren Absicherung der Betriebe gegen Klimaschäden. Das Verhältnis zwischen den jährlichen Agrarsubventionen (8,5 bis 9 Mrd. Euro) und den Schadenssummen (4,4 Mrd. Euro) ist dabei entscheidend. Die Subventionen können als staatliche Risikoprämie interpretiert werden, weil die flächengebundenen Direktzahlungen (EGFL) als unabhängiges Grundeinkommen wirken. Sie dienen dazu, Ertragsausfälle, welche durch Dürre, Überschwemmungen entstehen, abzufedern. Dadurch kompensieren sie das klimatische Risiko und stabilisieren die Liquidität der Betriebe. Außerdem können Agrarsubventionen als eine Art staatliche Risikoprämie oder Versicherung interpretiert werden, weil ein Teil der Subventionen die Kosten ausgleicht, welche im Bereich des Klimaschutzes entstehen. Außerdem verhindern Zahlungen den Zusammenbruch der großen Betriebe in Krisenjahren und sichern somit Stabilität und die Ernährungssicherheit
Eine reine Kompensation von Schäden durch Subventionen ist ökonomisch ineffizient, weil Landwirte dadurch weniger Anreiz haben selbst in präventive Maßnahmen zu investieren, da der Staat sowieso den Schaden trägt. Prävention hingegen ist effizienter, da sie eine langfristige Wertschöpfung schafft. Sie erhöht zum einen die Produktivität des Sektors dauerhaft und senkt die Abhängigkeit von staatlicher Ad-hoc-Hilfe. Gelder fließen also in produktive Investitionen statt in die Schadensbehebung.
Durch die Erhöhung der Direktzahlungen (EGFL) an Landwirte entsteht der Vorteil der schnellen Liquiditätssicherung. Die Auszahlung sichert die Existenz der Betriebe nach einem Ernteausfall. Dadurch wird das System stabilisiert. Ein Nachteil dieses Ansatzes wäre zum einen, dass die Zahlung nicht an die Klimaanpassung gebunden ist und dadurch der Anreiz zu präventiven Investitionen verringert wird. Der Ansatz B spricht die Umschichtung zu Projektförderungen (ELER) an. Dabei gibt es den Vorteil, dass die Umschichtung produktive Investitionen fördert (Z.B Bewässerung), dies steigert die langfristige Effizienz. Ein Nachteil sind die hohen Transaktionskosten, denn ELER-Projekte benötigen einen hohen bürokratischen Aufwand (lange Genehmigungszeiten). Dadurch können kleinere Betriebe an der Teilnahme ausgeschlossen werden. Der Artikel zitiert Bundesminister, die mehr “Krisenvorsorge und Anpassungsmaßnahmen” fordern. Ansatz B zielt genau darauf ab, indem er Gelder in klimaresiliente Technologien investiert. Ansatz A erfüllt diese Forderung nicht. Unsere vorherige Analyse zeigt eine starke Abhängigkeit vom flächengebundenen EGFL (Aufgabe 8- Ostdeutschland). Ansatz B bietet also die Möglichkeit diese Abhängigkeit langfristig zu reduzieren. Ökonomisch ist also Ansatz B besser als Ansatz A.
Deskriptive Analysen - Waldbrände als ökonomisches Risiko
Wie die bisherigen Analysen gezeigt haben, fließen erhebliche Fördermittel in die Land- und Forstwirtschaft. Um die wirtschaftliche Gesamtbilanz einordnen zu können, ist es wichtig, diesen Subventionen auch tatsächlich entstehende Kosten gegenüberzustellen.
Sie konzentrieren sich nun dabei auf Waldbrände als spezifisches Teilsegment der Forstwirtschaft. Waldbrände machen zwar nur einen kleinen Teil der gesamten Schäden im Sektor aus, bieten jedoch einen entscheidenden Vorteil: Die ökonomischen Folgen sind hier besonders gut quantifizierbar. Im Gegensatz zu Ertragsausfällen der Ernte (durch Sturm oder Ernteeinbußen durch Trockenheit) lassen sich Holzverluste, Löschkosten und Wiederaufforstungsmaßnahmen präzise beziffern. Zudem ermöglichen die verfügbaren Daten eine detaillierte Analyse nach Ursachen, Flächen und regionalen Mustern.
Diese Datentransparenz macht Waldbrände zu einem passenden Fallbeispiel, um exemplarisch zu zeigen, wie sich sektorale Belastungen entwickeln, auch im Kontext von Trockenheit und Hitzeperioden, und wie sie sich zu staatlichen Förderungen verhalten. Die nachfolgende Analyse liefert somit einen ersten konkreten Eindruck von der Größenordnung spezifischer Risiken in der Forstwirtschaft.
- Schauen Sie sich in einem ersten Schritt an, wie viele Waldbrände (Gesamt) es in Deutschland in den Jahren von 2018 bis 2024 gab. Ihre Aufgabe ist es, eine deskriptive Tabelle zu erstellen, die die wichtigsten jährlichen Kennzahlen zum Waldbrandgeschehen in Deutschland zusammenfasst.
Filtern Sie Ihren Datensatz waldbraende für die Region
“Deutschland”. Achten Sie darauf, dass die Werte genutzt werden, welche
bereits auf Jahresebene aggregiert sind. Stellen Sie in der Tabelle die
jährliche Gesamtsumme der verbrannten Fläche (ha), die Anzahl der
Brandfälle, die wirtschaftlichen Verluste und die entstandenen Schäden
dar.
Markieren Sie in Ihrer Tabelle die Jahre, in denen die Schadenssumme 1,5 Million Euro überstiegen hat, farblich, um Extremjahre kenntlich zu machen.
Beschreiben und interpretieren Sie ihre Tabelle. Betrachten Sie dabei insbesondere folgende Fragen:
- Identifizieren Sie die Jahre mit den höchsten Schadenssummen und den größten verbrannten Flächen.
- Was könnte das über die Art der Brände (wenige große vs. viele kleine) in diesen Jahren aussagen?
- Basierend auf dieser Übersicht: Lässt sich ein klarer Trend einer Zunahme der ökonomischen Belastung durch Waldbrände in den letzten Jahren erkennen? Begründen Sie Ihre Antwort anhand der Daten.
- In welchem Verhältnis stehen die durch Waldbrände verursachten Verluste zu den jährlichen Subventionen, die Land- und Forstwirte erhalten? Was sagt das über die wirtschaftliche Tragweite solcher Ereignisse aus? Beziehen Sie sich hierbei auf ihre vorherigen Ergebnisse.
Hinweis: Um die Größenordnung der verbrannten Waldfläche einordnen zu können, können Sie sich auf folgenden Artikel beziehen.
| Jahr | Gesamtanzahl | Gesamtfläche in ha | Wirtschaftliche Verluste (in Tsd. €) | Gesamtschaden (in Tsd. €) |
|---|---|---|---|---|
| 2018 | 1708 | 2349 | 2144.43 | 2670 |
| 2019 | 1523 | 2711 | 1662.95 | 2220 |
| 2020 | 1360 | 368 | 1595.80 | 2190 |
| 2021 | 548 | 148 | 659.24 | 670 |
| 2022 | 2397 | 3058 | 4851.38 | 5140 |
| 2023 | 1059 | 1240 | 957.33 | 1190 |
| 2024 | 563 | 334 | 680.25 | 680 |
Die Tabelle zeigt, dass im Jahr 2022 die größte Fläche (ca. 2400 Hektar) von Waldbränden betroffen war und dabei auch der höchste gemessene finanzielle sowie Gesamtschaden entstanden ist. Es fällt auf, dass die Zahl der Waldbrände in diesem Jahr signifikant höher war als in den anderen erfassten Jahren. Auffällig ist es auch, dass es im Zeitraum 2018 bis 2020 kontinuierlich viele Waldbrände gab, bei denen der entstandene Schaden über 1,5 Millionen Euro lag. In den Jahren 2021 bis 2024 erreichte der Schaden nur in 2022 eine solche Summe. Dieses Jahr ausgeschlossen, war auch die Gesamtanzahl an Waldbränden in diesem Zeitraum deutlich niedriger. Betrachtet man die entstandenen Schäden, mit erhaltenen Subventionen können wir erkennen, dass finanzielle Schäden, die durch Waldbrände entstehen, nur einen kleinen Einfluss zu haben scheinen. Während der Gesamtaschaden in den betrachteten Jahren nie größer als 5.1 Millionen Euro war, können wir aus der Tabelle in Aufgabe 9 entnehmen, dass die Subventionen pro Bundesland im Jahr 2023 vereinzelt sogar über 300 Mio. Euro betrugen. Allerdings muss man sich trotzdem die Frage stellen, wie effizient die Verteilung in den einzelnen Bundesländern in den Betrieben ist und ob jedes betroffene forstwirtschaftliche Unternehmen auch die benötigten Subventionen erhält. Auch lässt sich kein klarer Trend in Waldbränden erkennen. Zwar sehen wir, dass in drei auffeinanderefolgenden Jahren sehr schwerwiegende Waldbrände gab und, dass es in den darauffolgenden vier Jahren nur in einem Jahr zu hohen Brandzahlen kam. Allerdings bräuchte man einen größeren Beobachtungszeitraum, um eine klare Aussage über einen womöglichen Trend tätigen zu können.
Nachdem Sie das Gesamtausmaß der Waldbrände betrachtet haben, ist es aus ökonomischer und politischer Sicht entscheidend zu wissen, welche Eigentumsformen des Waldes am stärksten betroffen sind. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Frage, wer die wirtschaftlichen Lasten der Schäden und der Wiederaufforstung trägt; der Bund, die Länder, Kommunen oder private Eigentümer.
- In dieser Aufgabe sollen Sie sich die zeitliche Entwicklung der Anteile der Brandflächen und der Brandanzahl der verschiedenen Waldeigentumsformen (Bundeswald, Landeswald, Körperschaftswald, Privatwald) für Gesamtdeutschland genauer anschauen. Erstellen Sie ein oder mehrere (gestapelte) Balkendiagramme, die die prozentuale Verteilung
- der verbrannten Fläche (in ha),
- und der Anzahl der Brandfälle
über die verschiedenen Jahre hinweg nach Eigentumsform darstellen.
Beschreiben und interpretieren Sie die Diagramme. Gehen Sie hierbei insbesondere auf folgende Fragen ein:
- Welche Eigentumsform ist prozentual am häufigsten von Waldbränden betroffen, sowohl in Bezug auf die Fläche als auch auf die Anzahl der Fälle? Hat sich dieser Anteil über die Jahre signifikant verändert?
- Vergleichen Sie die beiden Diagramme: Gibt es eine Eigentumsform, die tendenziell eher viele kleine Brände (hoher Anteil bei Anzahl, geringerer bei Fläche) oder wenige, aber dafür sehr große Brände (geringer Anteil bei Anzahl, höherer bei Fläche) aufweist?
- Welche ökonomischen Schlussfolgerungen lassen sich daraus ziehen? In welchen Bereichen könnten staatliche Präventions- und Unterstützungsmaßnahmen am dringendsten benötigt werden?
Hinweis: Achten Sie darauf, dass bei nebeneinander angeordneten Grafiken die y-Achse identisch skaliert sein sollte.
Jeder Balken repräsentiert den Anteil unterschiedlicher Besitzformen von Wäldern an gesamter Brandanzahl sowie gesamter Brandfläche in Deutschland pro Jahr. Aus dem Diagramm lässt sich entnehmen, dass die Privatwälder im gemessenen Zeitraum mit jeweils ca. 50% den größten Anteil an den Waldbränden in Deutschland haben. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch beim Anteil an der betroffenen Gesamtfläche, auch wenn dort der Anteil tendenziell noch etwas höher ist. Der Körperschaftswald hat im Schnitt ungefähr 10 bis 15% Anteil an allen Waldbränden pro Jahr. Allerdings ist bei dieser Waldart der Anteil an verbrannter Fläche deutlich geringer. Daraus lässt sich schließen, dass es bei dieser Waldform viele Brände gegeben hat, die nur eine kleine Fläche betroffen haben. Der Landeswald hat einen etwas größeren Anteil an der Gesamtanzahl als der Körperwschaftswald und hat, ausgenommen 2019 und 2024, auch einen Anteil an der betroffenen Gesamtfläche der sich mit dem Anteil an der Anzahl deckt. Der Bundeswald hat den geringsten Anteil an der Anzahl der Waldbrände, machte aber sowohl 2019 als auch 2021 um die 40% der gesamten verbrannten Fläche aus. In diesen Jahren scheint es also wenige aber dafür besonders flächenmäßig große Brände gegeben zu haben. Subventionen sollten deswegen vor allem in die Privatwälder investiert werden, da sie den größten Anteil bei der Anzahl und der Fläche ausmachen. Auch sollte man für den Bundeswald ein Risikokonzept entwickeln, welches gezielt in Krisenjahren wie 2019 und 2021 zusätzliche Unterstützung liefert.
Nachdem Sie im vorherigen Schritt analysiert haben, welche Eigentumsformen besonders stark von Waldbränden betroffen sind, stellt sich nun die nächste zentrale Frage: Wie entstehen diese Brände überhaupt?
Um gezielte und wirksame Präventions- und Schutzmaßnahmen zu entwickeln, ist es wichtig, die Hintergründe und Auslöser von Waldbränden genauer zu verstehen und ihre Veränderung im Zeitverlauf nachzuvollziehen. Eine differenzierte Betrachtung der Ursachen ermöglicht es, Verantwortlichkeiten und Handlungsspielräume besser einzuordnen und künftige Risiken gezielter zu minimieren.
- Sie sollen die Entwicklung der Waldbrände nach ihren Hauptursachen
für Gesamtdeutschland analysieren. Ihr Ziel ist es, herauszuarbeiten,
welche Ursachen über die Jahre hinweg die meisten Brände und die größten
Flächenverluste verursacht haben. Nutzen Sie wiederum ihren Datensatz
waldbraendeund gehen Sie insbesondere auf folgende Ursachen in ihrer Analyse ein:
- Fahrlässigkeit,
- Vorsatz (Brandstiftung),
- Sonstige handlungsbedingte Einwirkungen,
- Natürliche Ursachen,
- Unbekannte Ursachen
Erstellen Sie zwei Liniendiagramme, die untereinander angeordnet sind. Das erste Diagramm zeigt die zeitliche Entwicklung der Anzahl der Waldbrände nach Ursache. Das zweite Diagramm soll die zeitliche Entwicklung der verbrannten Waldfläche (in ha) nach Ursache darlegen.
Beschreiben und interpretieren Sie die Diagramme. Gehen Sie hierbei insbesondere auf folgende Fragen ein:
- Welche Brandursache dominiert in den meisten Jahren, sowohl bei der Anzahl als auch bei der Fläche? Gibt es Jahre, in denen sich dieses Muster deutlich ändert?
- Betrachten Sie die Entwicklung über die Zeit. Erkennen Sie einen Trend bei bestimmten Ursachen (z.B. eine Zunahme natürlicher Brände in jüngerer Zeit)?
- Welche ökonomischen und politischen Implikationen hätte ein solcher Trend?
Die zwei Diagramme stellen die Anzahl und die Fläche bezüglich der
verschiedenen Ursachen gegenüber. So ist zum Beispiel das Jahr 2022
eindeutig als ein Extremjahr identifizierbar, da alle Ursachen einen
Anstieg in Anzahl und Fläche verbuchen konnten. Ein einzelner Punkt
repräsentiert dabei Deutschland in einem Jahr. Aus der oberen und
unteren Grafik kann man entnehmen, dass unbekannte Ursachen sowohl die
höchste Brandanzahl als auch die größte verbrannte Fläche in allen
beobachteten Jahren zu verschulden haben. Daraus lässt sich schließen,
dass einem Großteil der Brände keine konkrete Ursache zugeordnet werden
kann. Bei den unbekannten Ursachen sieht man aber zudem auch, dass die
Anzahl, mit Ausnahme von 2022, sich stets zum Vorjahr verringert hat.
Grund dafür könnten sorgfältigere Dokumentationen sein, wodurch man mehr
Brände einer konkreten Ursache zuordnen kann. Das ermöglicht es, genauer
auf die anderen Ursachen einzugehen, da diese besser zugeordnet werden
können und erlaubt es der Politik für einzelne Ursachen bessere
Maßnahmen ergreifen zu können. Eine bemerkenswerte Beobachtung sind noch
die Brände, die durch Vorsätze verursacht wurden. Diese haben 2022 ihre
größte Ausprägung jeweils in Anzahl und Fläche. Zwar war 2022 ein
extremes Jahr bezüglich Waldbränden, allerdings würde man vermuten, dass
vorsätzlich verursachte Brände nicht von Extremjahren und damit extremen
und trocken Sommern abhängt. Ein möglicher Grund dafür, könnte ein
Subventionsbetrug sein. In einem Jahr wie 2022 mit vielen Bränden fällt
ein vorsätzlich verursachter Brand im Zweifelsfall weniger auf als in
anderen. Womöglich haben einige Waldbesitzer das genutzt, um sich somit
zusätzliche Subventionen zu erschleichen.
Aus wirtschaftlicher Sicht ist eine wichtige Frage, wie hoch zum einen die Schäden sind und zum anderen wie sie sich effizient verhindern lassen. Eine konkrete Stellschraube hierfür sind die laufenden Ausgaben für die Forstverwaltung und Kontrolle, die unter anderem Kosten für Präventionsmaßnahmen wie Waldpflege, Brandschutzstreifen und Überwachungssysteme umfassen.
- In dieser Aufgabe untersuchen Sie daher den ökonomischen Zusammenhang: Stehen höhere Ausgaben für Prävention und Kontrolle in einem messbaren Verhältnis zu geringeren Schäden? Sie werden analysieren, ob Bundesländer, die mehr in ihre Forstverwaltung investieren, tendenziell niedrigere Brandkosten und -verluste aufweisen.
Erstellen Sie 2 Punktediagramme in denen Sie für jedes Bundesland und für jedes Jahr in ihrem Datensatz die
- Forstverwaltungskosten (in Tsd. Euro),
- die Sonstigen Kontrollkosten (in Tsd. Euro),
auf der x-Achse abtragen und auf der y-Achse jeweils die logarithmierten wirtschaftlichen Verluste darlegen. Verwenden Sie hier nun alle Bundesländer (ohne die Gesamtwerte für Deutschland) im Datensatz, um ein Gesamtbild zu erhalten und ordnen Sie die 2 Diagramme so an, dass ein Vergleich zwischen den Schaubildern schnell und einfach möglich ist. Beschreiben und interpretieren Sie die Diagramme. Gehen Sie hierbei insbesondere auf folgende Fragen ein:
- Welche Zusammenhänge erkennen Sie zwischen den Ausgaben für Forstverwaltung bzw. Kontrollmaßnahmen und den wirtschaftlichen Verlusten?
- Stützen die Grafiken auf den ersten Blick die Hypothese, dass höhere Präventionsausgaben mit geringeren Schäden einhergehen?
- Warum ist die Verwendung einer logarithmischen Skala für die wirtschaftlichen Verluste methodisch sinnvoll?
- Vergleichen Sie die jährlichen Präventionskosten pro Bundesland mit den wirtschaftlichen Gesamtverlusten in Deutschland aus Aufgabe 11. Was fällt Ihnen auf, wenn die Kosten einzelner Bundesländer über die Jahre hinweg teilweise ähnlich hoch sind wie die gesamten wirtschaftlichen Verluste?
- Diskutieren Sie, welche Ursachen dafür verantwortlich sein könnten, dass trotz hoher Präventions- und Kontrollkosten die Schäden nicht proportional reduziert werden. Welche Rückschlüsse lassen sich daraus für die Effizienz der Maßnahmen ziehen?
In diesem Plot repräsentiert jeder Punkt ein Bundesland in einem Jahr.
Die obere Grafik stellt für jede Beobachtung Fortstverwaltungskosten den
wirtschaftlichen Verlusten gegenüber. Hier sieht man das ein Großteil
der Bundesländer Verwaltungskosten von weniger als 200 Tsd. Euro hat. In
diesem Bereich sieht man eine große Streuung in der y-Koordinate, also
große Unterschiede in den wirtschaftlichen Verlusten der einzelnen
Beobachtungen. Einige wenige Beobachtungen haben Verwaltungskosten die
größer als 200 Tsd. Euro sind. Die y-Koordinate dieser Punkte liegt aber
nicht erkennbar niedriger als bei den Beobachtungen, die geringere
Kosten haben. Eine mögliche Erklärung dafür wäre ein Bundesland, welches
ein sehr hohes Waldbrandrisiko besitzt und deswegen deutlich höhere
Verwaltungskosten aufbringen muss, um zumindest die gleichen
wirtschaftlichen Verluste wie die anderen Bundesländer zu haben. In der
zweiten Grafik zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier haben viele
(hier sogar alle) Beobachtungen Kontrollkosten von weniger als 500 Tsd.
Euro. Da auch hier die y-Streuung wieder sehr groß, allerdings ist die
Streuung in x-Richtung so gering, dass sich hier keine konsistente
Aussage über das Verhältnis zwischen Kosten und Schaden tätigen lässt.
Allgemein wird die Hypothese, dass mehr Kosten zu geringeren Schäden
führen, von den beiden Grafiken auf den ersten Blick nicht bestätigt.
Die y-Achse ist in beiden Grafiken logarithmisch skaliert. Das ist hier
sinnvoll, da wir eine große Streuung im Bereich von 10 Tsd. bis 1 Mio.
Euro an wirtschaftlichen Verlusten haben. Eine lineare Skalierung hätte
dazu geführt, dass hohe Werte nicht mehr effektiv und übersichtlich
dargestellt werden können. Somit fördert die logarithmische Skalierung
die Lesbarkeit der Grafiken.
Saisonale Unterschiede in Deutschland
Wie Sie zuvor gesehen haben, ist der überwiegende Teil der Waldbrände in Deutschland auf menschliches Handeln zurückzuführen. Gleichzeitig zeigen die bisherigen Analysen, dass ein höheres Ausgabenvolumen für Prävention und Kontrolle nicht automatisch mit geringeren Schäden korreliert. Um die Ursachen für die Schwankungen der Schäden besser zu verstehen und Präventionsmaßnahmen gezielt einzusetzen, lohnt es sich, die Betrachtung von der jährlichen auf die monatliche Ebene zu verfeinern. So können saisonale Muster und Zeiträume mit besonders hohem Brandrisiko identifiziert werden. Aus der Grafik lässt sich entnehmen, dass die Anzahl und Fläche an Bränden keinem klaren Muster verfolgt sondern sich von Jahr zu Jahr deutlich unterscheiden kann. Waldbrände entstehen oft durch sehr warme und trockene Sommer. Wenn diese Sommer nicht immer in der gleichen Region stattfinden, sondern sich unregelmäßig pro Jahr auf Deutschland aufteile, führt dies zu der oben betrachteten Unregelmäßigkeit. Das liegt daran, dass sich beispielsweise Waldarten in Deutschland unterscheiden und eine Waldart womöglich Brandgefärdeter ist als eine andere. Auch die Walddichte in unterschiedlichen Regionen kann einen Einfluss darauf haben. Ein Feuer in einem dichten Wald zu löschen kann sich als deutlich schwieriger erweisen, als einen in einem weniger dichten Waldgebiet zu löschen
- Erstellen Sie ein kombiniertes Diagramm, in dem die monatliche Entwicklung der Waldbrände in Deutschland von 2018 bis zum aktuellen Jahr dargestellt wird:
- Hierbei soll als Balkendiagramm die verbrannte Fläche (in Hektar) pro Monat abgetragen werden und als Liniendiagramm wird die Gesamtanzahl der Brände pro Monat gezeigt.
- Verwenden Sie die monatlich aggregierten Daten aus Ihrem Datensatz
waldbraendefür Gesamtdeutschland. - Achten Sie auf eine übersichtliche Darstellung, mit klarer Achsenbeschriftung und Datum auf der x-Achse.
Beschreiben und interpretieren Sie anschließend ihre Grafik und beantworten Sie hierbei folgende Fragen:
- In welchen Monaten treten typischerweise die meisten Brände auf und wann ist die verbrannte Fläche am größten?
- Vergleichen Sie die Spitzen der Brandanzahl mit den Spitzen der verbrannten Fläche. Fallen diese immer zusammen?
- Welche möglichen Ursachen könnte es geben, wenn es Monate mit vielen kleinen, aber wenigen großen Bränden gibt?
- Welche Gründe könnten erklären, dass die Brände in den Sommermonaten über die Jahre stark schwanken?
Die Grafik zeigt die Anzahl der Brände sowie die gesamte betroffene Fläche in Deutschland von 2018 bis 2024. Dabei ist jeder Balken eine Beobachtung der Brandfläche in einem Monat. Die grüne Linie repräsentiert die monatlichen Brände. Zunächst lässt sich ein klares Muster erkennen: Im Hochsommer (Monate 6 bis 9) sind die monatlichen Anzahlen der Brände und die betroffene Fläche am höchsten. Man kann auch das Verhältnis von Brandanzahl zu Brandfläche ablesen. Im Sommer 2019 gab es zum Beispiel einen Monat, in dem die Brandfläche deutlich größer war als die Brandzahl. In diesem Monat gab es deswegen vermutlich wenig Brände, die dafür aber jeweils eine sehr große Fläche betroffen haben. Grund dafür könnten beispielsweise viele kleine Wälder sein, die sich in unterschiedlichem Besitz befinden, aber so nah beieinanderliegen, dass sich ein Brand über mehrere Wälder ausbreiten konnte. Im Jahr 2020 wiederum war die Brandfläche in den Sommermonaten höher als die Anzahl. Grund könnten hier wenige Brände sein, die dafür ein größeres Gebiet betroffen haben. Aus der Grafik lässt sich auch leicht entnehmen, dass es zwar jeden Sommer einen deutlichen Anstieg der Zahlen gibt, dieser aber nicht jedes Jahr gleich zu sein scheint. Häufig sind extrem heiße und trockene Sommer verantwortlich für Waldbrände. Diese treten nicht immer in der gleichen Region auf, sondern können sich von Jahr zu Jahr an anderen Orten befinden, falls es sie überhaupt in einem jeweiligen Jahr gibt. Deutsche Regionen unterscheiden sich stark in ihrer Waldstruktur. Ist zum Beispiel in einer Region eine leicht entzündliche Baumart häufiger anzutreffen als in einer anderen, dann wäre dies eine Erklärung dafür, dass sich die Brandzahlen deutlich unterscheiden. Auch die Walddichte kann einen Einfluss auf große Abweichungen haben. In einem weniger dicht bewaldeten Wald ist es deutlich einfacher, einen Brand zu löschen, als in einem sehr dicht bewaldeten. Dies kann somit ebenfalls dazu führen, dass sich die Zahlen von Waldbränden in unterschiedlichen Jahren deutlich unterscheiden.
Unterschiede in Ost- und Westdeutschland
Nachdem Sie die Waldbranddynamik auf nationaler Ebene sowohl jährlich als auch saisonal analysiert haben, sollen Sie nun in die regionale Ebene einblicken. Eine deutschlandweite Betrachtung kann lokale Besonderheiten überdecken, die für gezielte politische Maßnahmen entscheidend sind. Um die strukturellen Unterschiede innerhalb Deutschlands besser zu verstehen, führen Sie eine vergleichende Analyse durch und konzentrieren sich auf zwei Bundesländer, die in den letzten Jahren besonders stark von Waldbränden betroffen waren, aber sehr unterschiedliche geografische und ökonomische Rahmenbedingungen aufweisen: Brandenburg im Osten und Bayern im Westen. Brandenburg, mit seinen sandigen Böden und ausgedehnten Kiefernwäldern, gilt als eine der trockensten und brandanfälligsten Regionen Deutschlands. Bayern hingegen ist durch seine Voralpenlage, Mischwälder und eine andere Wirtschaftsstruktur geprägt. Dieser Vergleich ermöglicht es zu untersuchen, ob es systematische Unterschiede im Schadensausmaß und in den wirtschaftlichen Verlusten zwischen Ost- und Westdeutschland gibt.
- Erstellen Sie eine deskriptive Tabelle für die Jahre 2022 und 2023, die für Bayern und Brandenburg folgende Kennzahlen darstellt:
- Gesamtzahl der Brände
- Gesamtfläche der Brände (ha)
- Durchschnittliche Fläche pro Brand (ha/Brand)
- Gesamte wirtschaftliche Verluste (in Tsd. €)
- Verlust pro Hektar (in €/ha)
Beschreiben und interpretieren Sie ihre Tabelle und gehen insbesondere auf folgende Aspekte vertieft ein:
- Welches der beiden Bundesländer verzeichnet absolut gesehen mehr Brände und größere Flächenverluste?
- Welches Bundesland hat die höheren ökonomischen Verluste pro Hektar?
- Was könnte dieser Unterschied über den Wert und die Art der Wälder (z.B. Nutzwald vs. Schutzwald, Holzpreise) in den beiden Regionen aussagen?
- Basierend auf diesen Zahlen, würden Sie argumentieren, dass das “Waldbrandproblem” in beiden Bundesländern gleich gravierend ist, oder manifestiert es sich auf unterschiedliche Weise (z.B. häufige, aber weniger wertvolle Flächenbrände vs. seltenere, aber teurere Schäden)?
| Bundesland | Jahr | Anzahl | Fläche | ha pro Brand | Verluste (in Tsd. €) | Verlust pro ha (in €) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bayern | 2022 | 145 | 215 | 1 | 297 | 1382 |
| Brandenburg | 2022 | 523 | 1426 | 3 | 14 | 10 |
| Bayern | 2023 | 75 | 42 | 1 | 198 | 4706 |
| Brandenburg | 2023 | 251 | 767 | 3 | 7 | 9 |
Die Tabelle zeigt einige Kenngrößen zu Waldbränden in Bayern und Brandenburg in den Jahren 2022 und 2023. Auf den ersten Blick fällt auf, dass Brandenburg eine deutlich höhere Brandanzahl sowie Fläche als Bayern in den beiden beobachteten Jahren verzeichnet. Dies ist konsistent zu der Aussage, dass Kiefernwälder, welche vermehrt in Brandenburg zu finden sind, ein deutlich höheres Brandrisiko besitzen, welche bereits in vorherigen Aufgaben aufgestellt wurde. Blickt man auf die wirtschaftlichen Gesamtschäden ergibt sich ein umgekehrtes Bild. Man sieht, dass der entstandene Schaden in Bayern insgesamt und auch pro Hektar deutlich größer war als der in Brandenburg. Deswegen lässt sich vermuten, dass Hölzer aus Mischwäldern, welche häufig in Bayern vorkommen, einen deutlich höheren wirtschaftlichen Wert haben als die Kiefernhölzer aus Brandenburg. Insgesamt kann man aus dieser Tabelle somit schließen, dass sich Schäden durch Waldbrände in Deutschland nicht pauschalisieren lassen. Die entstandenen Schäden in Bayern haben größtenteils monetäre Auswirkungen, während Brände in Brandenburg eher für einen hohen Verlust der Waldbestände sorgen, dafür aber weniger wirtschaftlichen Schaden erzeugen. Somit lässt sich allgemein nicht sagen, in welcher Region der Schaden gravierender ist, man kann aber definitiv festhalten, dass ein Waldbrand in Bayern keineswegs mit einem in Brandenburg gleichgesetzt werden darf.
Die folgende Analyse schlüsselt die Verluste für die Jahre 2022 und 2023 für Bayern und Brandenburg weiter auf. Hier sollen Sie betrachten, wie groß die Verluste an hochpreisigem Stammholz und an günstigerem Industrieholz sind.
- Erstellen Sie für die Jahre 2022 und 2023 ein Balkendiagramm, das die strukturellen Unterschiede der Waldbrandschäden in Bayern und Brandenburg visualisiert. Hierbei soll der absolute Verlust von Stammholz (in Festmetern, m³) und Industrieholz (in Festmetern, m³) für beide Bundesländer und beide Jahre vergleichend dargestellt werden.
Beschreiben und interpretieren Sie das Diagramm und gehen Sie dabei insbesondere auf folgende Aspekte ein:
- Vergleichen Sie die Entwicklung von 2022 zu 2023 in ihrem Diagramm. Welche Trends oder signifikanten Veränderungen fallen Ihnen auf?
- Welche ökonomischen Schlussfolgerungen lassen sich aus ihren Ergebnissen über die Art der geschädigten Wälder in den beiden Bundesländern ziehen?
Die Grafik stellt die Industrieholzverluste und die Stammholzverluste aus den Jahren 2022 und 2023 von Bayern und Brandenburg gegenüber. Man sieht, dass sich in beiden Bundesländern sowohl die Verluste bei Industrieholz als auch die Verluste bei Stammholz von 2022 auf 2023 in beiden Bundesländern gesteigert haben. 2022 waren die Industrieholzverluste in Bayern und Brandenburg ungefähr gleich, während Brandenburg im Jahr 2023 einen deutlich höheren Anstieg an Verlusten hat als Bayern. Bei den Stammhölzern zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Hier hat Bayern in beiden Jahren höhere Verluste als Brandenburg. Daraus lässt sich schließen, dass die Forstwirtschaft in Bayern tendenziell stärker auf höherwertiges Stammholz ausgerichtet ist, während Brandenburg relativ gesehen stärker durch Verluste bei Industrieholz geprägt ist.
Nachdem Sie in den vorherigen Aufgaben die Entwicklung der Waldbrände in Deutschland über die Jahre hinweg analysiert haben, zunächst auf Jahres- und dann auf Monatsebene, sowie getrennt nach Ost- und Westdeutschland, sollen Sie nun die ökonomische Wirksamkeit möglicher Gegenmaßnahmen bewerten.
- Die Politik diskutiert verschiedene Ansätze, um das wachsende Problem der Waldbrände zu adressieren. Analysieren und bewerten Sie die folgenden drei Strategien unter dem Gesichtspunkt von Kosten und Nutzen. Argumentieren Sie, warum diese Maßnahmen sinnvoll oder weniger sinnvoll sein könnten und in welcher Form sie umgesetzt werden könnten:
- “Abschreckung und Strafen: Eine signifikante Erhöhung der Bußgelder und Strafen für fahrlässige Brandstiftung (z.B. weggeworfene Zigaretten) und vorsätzliche Brandlegung.”
- “Anreize für Waldumbau: Staatliche Subventionen und Förderprogramme für private und kommunale Waldbesitzer, um den Umbau von anfälligen Monokulturen (z.B. Kiefernwälder) in klimaresilientere und weniger brennbare Mischwälder zu beschleunigen.”
- “Investition in Technologie: Ein flächendeckender Ausbau der technischen Überwachung durch moderne Systeme wie Drohnen mit Wärmebildkameras, Satellitenüberwachung und ein dichtes Netz an Sensoren zur Früherkennung.”
Hinweis: Beziehen Sie sich auf die vorherigen Aufgaben. Diskutieren Sie auch, welche Maßnahmen zu den beobachteten Schadensmustern, saisonalen Schwankungen und regionalen Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland passen, und bedenken Sie Kosten-Nutzen-Aspekte.
Bestrafen von fahrlässig verursachten Waldbränden ist sinnvoll. Aus der Grafik in Aufgabe 13 kann man entnehmen, dass die zweitmeisten Waldbrände durch Fahrlässigkeit entstehen. Diese Maßnahme hätte zudem positive Auswirkungen auf ganz Deutschland und wäre nicht nur regional bedingt. Sie wäre auch saisonal unabhängig. Außerdem kann dadurch auch eine langfristige Verminderung der Waldbrände erwartet werden. Es stellt sich allerdings die Frage wie sich eine solche Bestrafung konkret umsetzen könnte. Es könnte sich als schwierig erweisen eine konsistente Rechtsprechung aufzustellen, da es nicht klar ist, ob die als fahrlässig eingestuften Waldbrände auch aus rechtlicher Sicht fahrlässig sind.
Ein struktureller Umbau von Kiefernwäldern zu Mischwäldern scheint auf den ersten Blick plausibel, da wir im kieferreichen Brandenburg deutlich mehr Waldbrände haben als in Bayern, wo sich mehr Mischwälder befinden (vgl. Tabelle Aufgabe 16). Ein Wechsel in Brandenburg würde also zumindest voraussichtlich eine regionale Verbesserung bringen. Hier muss man sich aber noch Fragen, ob die höheren Brandzahlen allein durch die vielen Kiefernwälder entstehen, oder ob es in Brandenburg auch häufiger trockene Extremsommer gibt. Wäre dies der Fall, lässt sich nämlich keine saisonale Verbesserung garantieren. Ein weiteres Problem ist auch noch, dass ein struktureller Umbau der Wälder ein langfristiges Vorhaben ist, weswegen sich Verbesserungen/Verschlechterungen nicht sofort erkennen lassen, was eine Reaktion auf positive/negative Veränderungen deutlich erschwert. In Aufgabe 17 wurde auch bereits festgehalten, dass Brandenburg einen starken Fokus auf Industriehölzer zu haben scheint. Somit ist ein Wechsel auf Mischwälder zudem bedenklich, da dies die regionale Industrie negativ beeinflussen könnte.
Eine technologische Revolution mit Drohnen, Satelliten und Wärmebildkameras ergibt nur wenig Sinn. Zwar lassen sich damit große Gebiete in ganz Deutschland effizient überwachen und Wärmebildkameras helfen saisonale Extremsommer frühzeitig zu erkennen, allerdings wird die Finanzierung solcher Systeme vermutlich nicht umsetzbar sein. In Aufgabe 14 hat sich bereits herausgestellt, dass nur sehr wenige Bundesländer sonstige Kontrollkosten aufbringen können. Deswegen kann auch keine zuverlässige Aussage darüber getroffen werden, ob der hohe finanzielle Aufwand, um solche System zu installieren, von den verhinderten Schäden durch Waldbrände überhaupt gedeckt wird.
➔ Im Allgemeinen lässt sich also sagen, dass die erste Maßnahme durchaus sinnvoll ist und definitiv in Kraft treten sollte. Die zweite Maßnahme sollte man zunächst vereinzelt in Regionen von Brandenburg testen, um bessere Aussagen über ihre Wirksamkeit treffen zu können. Von einer Installation von digitalen Überwachungssystemen sollte man aus reinen kosteneffizienten Gründen allerdings absehen.
Zusatzfrage (optional)
Diese Frage ist von der Bearbeitung her etwas schwieriger. Bevor Sie sich an diese Aufgabe machen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie alle vorherigen Fragen ausführlich beantwortet haben. Eine korrekte Beantwortung dieser Frage gibt einen Punktebonus von 3 Punkten (das Projekt umfasst insgesamt 30 Punkte, inkl. Screencast).
In den vorangegangenen Aufgaben haben Sie eine umfassende Analyse der ökonomischen Rahmenbedingungen der Land- und Forstwirtschaft in Deutschland durchgeführt. Sie betrachteten dabei sowohl die direkten Kosten und Förderungen auf nationaler Ebene als auch spezifische Treiber von Waldbrandschäden. Anschließend haben Sie den Fokus auf regionale Unterschiede verengt und gezeigt, dass beispielsweise in Bayern und Brandenburg die Dynamik von Waldbränden deutlich variiert. Ein Hinweis darauf, dass sowohl ökologische als auch ökonomische Faktoren lokal sehr unterschiedlich wirken.
Im nächsten Schritt weiten Sie den Blick nun auf die EU-Ebene. Sie analysieren die Verteilung und Entwicklung der Agrar- und Forstwirtschaftssubventionen über verschiedene Länder hinweg. Ziel ist es, die Gesamtbeträge pro Land und Jahr zu betrachten, Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten zu identifizieren und ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie Förderungen innerhalb Europas verteilt sind und sich über die Jahre verändern.
- Lesen Sie den Datensatz
Finanzsubventionen_EU.csvein und speichern Sie diesen alseu_subventionenab. Filtern Sie nur für die Jahre ab 2010 und behalten Sie ausschließlich Länder (keine aggregierten EU-Werte). Verschaffen Sie sich nun einen ersten Überblick über ihren Datensatz. Beantworten Sie hierzu folgende Fragen:
- Welche Länder sind im Datensatz konkret enthalten?
- Über welchen Zeitraum erstreckt sich der Datensatz?
- Sie haben die Spalte
Indicator_Type. Recherchieren und erklären Sie die Bedeutung der darin enthaltenen TypenOutput_Pillar IundOutput_Pillar II. - Warum gibt es bei
Output_Pillar Idie Kategorien Direct Payments und Market Measures und beiOutput_Pillar IIRural Development. - Inwiefern sind die Indikatorentypen (
Indicator_Type) mit den verschiedenen Förderarten in Deutschland vergleichbar.
Berechnen Sie nun mit dem Datensatz eu_subventionen die
Gesamtsubventionen pro Land und Jahr. Gruppieren Sie hierzu nach
Member_Name (Land) und Time (Jahr). Summieren
Sie anschließend die Subventionen (Subsidy) pro Land und Jahr zu
Total_Subsidy und achten Sie darauf, fehlende Werte korrekt
zu behandeln. Speichern Sie dies wiederum in
eu_subventionen ab.
Hinweis: Den Datensatz hierfür haben wir für Sie wieder vorbereitet. Die Ursprungsdaten können hier eingesehen werden.
Frage 1:
| Member_Name |
|---|
| Austria |
| Belgium |
| Bulgaria |
| Croatia |
| Cyprus |
| Czechia |
| Denmark |
| Estonia |
| Finland |
| France |
| Germany |
| Greece |
| Hungary |
| Ireland |
| Italy |
| Latvia |
| Lithuania |
| Luxembourg |
| Malta |
| Netherlands |
| Poland |
| Portugal |
| Romania |
| Slovakia |
| Slovenia |
| Spain |
| Sweden |
| Erstes_Jahr | Letztes_Jahr |
|---|---|
| 2010 | 2022 |
| Indicator_Type |
|---|
| Output_Pillar I |
| Output_Pillar II |
Output_Pillar I ist die direkte Zahlungen an Bauern. Hier bekommen Landwirte Geld für ihr Einkommen und es gibt Hilfe bei Marktproblemen. Output_Pillar II ist die ländliche Entwicklung. Hier werden Projekte gefördert wie zum Beispiel für Umweltschutz, Modernisierung oder Unterstützung junger Landwirte. Der Unterschied ist, dass Pillar I Geld direkt an Bauern gib und Pillar II finanziert Entwicklungsprojekte auf dem Land. Beide Säulen zusammen bilden die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU. Agrarpolitik (GAP) der EU. 9
Frage 4:| Indicator_Type | Indicator_Category |
|---|---|
| Output_Pillar I | Direct payments |
| Output_Pillar I | Market measures |
| Output_Pillar II | Rural Development |
Output_Pillar I hat zwei Kategorien, weil es zwei verschiedene Aufgaben erfüllt. Direct Payments zahlt Geld direkt an Bauern für ihr Einkommen, während Market Measures die Agrarmärkte stabilisiert. Output_Pillar II hat nur eine Kategorie namens Rural Development, weil hier alle Projekte für ländliche Entwicklung zusammengefasst sind. Alle diese Maßnahmen haben das gleiche Ziel und das ist die langfristige Entwicklung ländlicher Gebiete.
Frage 5: Die EU-Indikatorentypen entsprechen direkt den deutschen Förderarten. Output_Pillar I ist in Deutschland die EGFL Förderung, Output_Pillar II ist die ELERFörderung. Ein wesentlicher Unterschied besteht in der Finanzierung. Pillar I wird vollständig aus dem EU finanziert. Pillar II dagegen erfordert nationale Kofinanzierung, das bedeutet Deutschland und die Bundesländer zahlen zusätzlich zum EU-Anteil eigenes Geld dazu.
Nachdem Sie in der vorherigen Aufgabe die Gesamtsubventionen pro Land und Jahr berechnet haben, sollen Sie nun den Datensatz vorbereiten, um im weiteren Verlauf die Verteilung der Subventionen über Europa anschaulich darzustellen. Ziel ist es, die Unterschiede zwischen Ländern und die Entwicklung über die Jahre interaktiv zu visualisieren. Hierfür können Sie im weiteren Verlauf Plotly nutzen, um eine dynamische Karte zu erstellen, die sich manuell über die Jahre steuern lässt.
- Um die Daten für die Visualisierung aufzubereiten und interaktiv darzustellen, laden Sie die folgenden Libraries:
library(rnaturalearth)library(rnaturalearthdata)library(plotly)
Mit rnaturalearth erhalten Sie die geometrischen Daten
der Länder für die Kartendarstellung. Speichern Sie in
europe wiefolgt die geometrischen Daten ab:
europe <- ne_countries(scale = "medium",continent = "Europe", returnclass = "sf")
Erstellen Sie nun den Datensatz plot_subventionen, indem
Sie die geometrischen Daten mit den aggregierten Subventionsdaten
verbinden. Selektieren Sie hierfür die Variablen name,
iso_a3 und geometry aus dem world-Datensatz,
joinen Sie dann den eu_subventionen-Datensatz über
name bzw. Member_Name und filtern Sie auf die
Daten zu denen Sie Subventionswerte haben.
Bevor Sie zu der interaktiven Visualisierung der Subventionen über Länder und Jahre übergehen, sollen Sie sich einen ersten Überblick über die Subventionen in der Vergangenheit verschaffen. Sie haben sich im bisherigen Projekt bereits ausführlich mit den Subventionszahlungen in Deutschland für 2023 und 2024 beschäftigt. Um zu sehen, in welchem Kontext Deutschland in der Vergangenheit stand, sollen Sie nun die 10 größten Länder nach Subventionszahlungen zwischen 2020 und 2022 darstellen und vergleichen.
- Erstellen Sie für die Jahre 2020 bis 2022 eine oder mehrere
geeignete Grafik(en), die die Subventionszahlungen der EU in den größten
Empfängerländern veranschaulichen. Hierbei soll einerseits die absolute
Höhe der Gesamtsubventionen für die Top 10 Länder über die drei Jahre
vergleichend dargestellt werden. Weiterhin sollen die Subventionen
gestapelt nach Jahr aufgeschlüsselt werden, sodass die Entwicklung der
Zahlungen pro Land über die Jahre 2020, 2021 und 2022 sichtbar wird.
Filtern Sie hierzu den Datensatz
plot_subventionenauf die Jahre 2020 bis 2022. Rechnen Sie die Subventionswerte geeignet um, damit sie lesbar dargestellt werden können.
Beschreiben und interpretieren Sie die Grafik(en) und gehen Sie dabei insbesondere auf folgende Aspekte ein:
- Vergleichen Sie die Entwicklung der Subventionen für die Top 10 Länder zwischen 2020, 2021 und 2022. Welche Trends fallen Ihnen auf?
- Gibt es Länder, bei denen die Subventionen während der 3 Jahre gestiegen oder gefallen sind? Welche möglichen Gründe könnten dies erklären?
- Welche Länder erhalten vergleichsweise geringere Förderungen, und wie lässt sich dies im europäischen Kontext einordnen?
- Was sind mögliche Ursachen für diese Verteilung? Recherchieren Sie mögliche Gründe, die auf die Landwirtschaft, erwirtschafteten Erträge und Entwicklung zurückzuführen sind.
Hinweis: Bestimmen Sie die Top 10 Länder nach Gesamtsumme über die drei Jahre.
In den Jahren 2020 bis 2022 verändert sich die Rangfolge der Länder
kaum. Frankreich liegt klar an der Spitze, gefolgt von Spanien, Italien
und Deutschland. Dahinter kommen Polen und Rumänien, und am unteren Ende
der Top-10-Gruppe liegen Griechenland, Ungarn, Österreich und Irland. In
der gruppierten Darstellung erkennt man außerdem, dass sich die Höhe der
Subventionen innerhalb der meisten Länder über die drei Jahre nur wenig
unterscheidet. Das allgemeine Niveau bleibt also weitgehend konstant,
und auch die Reihenfolge zwischen den Ländern verschiebt sich praktisch
nicht.
Gleichzeitig fällt auf, dass viele Länder zwischen 2020 und 2022 leichte Zuwächse bei den Zahlungen verzeichnen. In Frankreich, Spanien und Italien steigt die Subventionshöhe von Jahr zu Jahr etwas an. Auch Deutschland erhält 2022 mehr als in den beiden Vorjahren. Ein ähnliches Muster findet sich bei Griechenland, Ungarn, Österreich und Irland. Nicht überall zeigt sich dieser Trend. Polen erreicht 2021 den höchsten Wert, während 2020 und 2022 etwas darunter liegen. Rumänien erhält 2022 weniger als in den beiden Jahren zuvor. Solche Schwankungen sind plausibel, da bestimmte Förderprogramme oder Investitionsvorhaben zeitlich unterschiedlich abgerechnet werden. Dadurch können die Werte in einzelnen Jahren nach oben oder unten abweichen, ohne dass dadurch eine grundlegende politische Verschiebung dahintersteht.
Innerhalb der Top 10 ist außerdem gut zu erkennen, dass einige Länder deutlich weniger Fördergelder erhalten. Dazu gehören Griechenland, Ungarn, Österreich und Irland. Diese Länder tauchen zwar in den Top 10 Empfängern auf, liegen aber im Vergleich zu Frankreich, Spanien, Italien oder Deutschland weit zurück. Auch im Vergleich zu Polen und Rumänien fallen sie klar ab. Das lässt sich damit erklären, dass ihre landwirtschaftliche Fläche sowie ihre landwirtschaftliche Produktion insgesamt kleiner sind und der Agrarsektor eine geringere wirtschaftliche Rolle spielt.
Zusammengefasst spiegeln die Grafiken ziemlich gut wider, wie unterschiedlich groß und bedeutend die Landwirtschaft in den europäischen Ländern ist. Staaten mit großen Agrarflächen und hoher Produktion (allen voran Frankreich, aber auch Spanien, Italien, Deutschland und Polen) erhalten die größten Summen. Länder mit geringerer Fläche und weniger Produktion erhalten entsprechend weniger Mittel. Die Verteilung folgt daher überwiegend strukturellen Faktoren wie Nutzfläche, Produktionsvolumen und Förderbedarf in ländlichen Regionen.
Wie Sie eben schon bemerken konnten, wird ein gestapeltes Balkendiagramm bei vielen Ländern und über mehrere Jahre hinweg schnell unübersichtlich. Um dem entgegenzuwirken, sollen Sie eine andere Form der Visualisierung anwenden. Sie werden sich die Verteilung der Subventionen über alle EU-Länder im Datensatz und für die Jahre 2010 bis 2022 anschauen und diese interaktiv visualisieren. Ziel ist es, dass Sie Trends, Unterschiede und Ausreißer bei den Subventionszahlungen zwischen den Ländern erkennen und über die Zeit nachvollziehen können.
- Erstellen Sie eine interaktive Karte. Nutzen Sie hierfür den
Datensatz
plot_subventionen, der die Länder-Geometrien (geometry), die aggregierten Subventionen (Total_Subsidy) und die Länderkennungen (iso_a3) enthält. Verwenden Sie die Funktionplot_ly(). Visualisieren Sie die Subventionen pro Land und Jahr, sodass die Karte über die Jahre animiert bzw. per Slider steuerbar ist. Gestalten Sie die Farbskala und den Text so, dass Subventionen und Länder leicht ablesbar sind. Optimieren Sie die Karte, um die Darstellung übersichtlich zu machen. Beschreiben und interpretieren Sie die interaktive Grafik, insbesondere hinsichtlich folgender Aspekte:
- Welche Länder erhalten die geringsten Subventionssummen, und wie entwickelt sich dies über die Jahre 2010-2022?
- Gibt es Länder, bei denen die Subventionen stark gestiegen oder gefallen sind? Welche möglichen Ursachen könnten dies haben?
- Woran liegt es, dass gewisse Länder keine Einfärbung erhalten?
- Wie könnten sich hohe Subventionen für einzelne Länder auf den Wettbewerb innerhalb der EU und die Struktur der Landwirtschaft auswirken?
- Welche Schlussfolgerungen lassen sich ziehen, wenn Länder mit stark schwankenden Subventionen zu erkennen sind? Könnte dies auf politische Entscheidungen, wirtschaftliche Krisen oder andere Faktoren hinweisen?
Hinweis: Überprüfen Sie die ISO3-Codes: Wenn einzelne Länder nicht korrekt angezeigt werden, können Sie die Codes in der Spalte iso_a3 anpassen.
- Auf der Karte ist sofort ersichtlich, dass viele kleine Länder wie Luxemburg und Malta deutlich weniger Subventionen erhalten als die großen Agrarländer Europas. Das ist logisch, da diese Länder über weniger landwirtschaftliche Fläche verfügen und daher weniger flächenbezogene Zahlungsansprüche haben.
- Die Karte zeigt auch Länder, deren Subventionen im Laufe der Jahre stärker schwanken. Insbesondere bei Ländern wie Polen oder Rumänien fallen einzelne Jahre auf, in denen die Farbe deutlich dunkler oder heller erscheint. Solche Veränderungen können viele Ursachen haben. Beispielsweise das Auslaufen oder der Start großer Entwicklungsprogramme oder Änderungen bei der nationalen Kofinanzierung. In großen Empfängerländern wie Frankreich und Deutschland hingegen ist eher ein gleichmäßiges Wachstum zu beobachten, was auf stabile Finanzierungsstrukturen hindeutet.
- Die Länder, die nicht farbig markiert sind, sind einfach nicht Teil des Datensatzes für Subventionen. Dies gilt beispielsweise für Länder, die nicht Mitglied der EU sind oder für die keine Daten in den Finanzdaten verfügbar sind. Wenn kein Datensatz verfügbar ist, bleibt das Land grau – nicht weil es „0 Euro“ erhält, sondern weil der Datensatz keine Zahl enthält.
- Die hohen Subventionsbeträge konzentrieren sich offensichtlich auf Länder mit großen Agrarsektoren. Die Landwirte in diesen Ländern verfügen über größere finanzielle Freiheit für Investitionen und Innovationen . Dies kann zu einer schnelleren Modernisierung und Spezialisierung der landwirtschaftlichen Betriebe in diesen Ländern führen. Gleichzeitig geraten Länder mit weniger Mitteln leichter unter Druck, da sie weniger Unterstützung erhalten, um die gleichen Herausforderungen zu bewältigen. Infolgedessen wirkt sich die Verteilung der Subventionen langfristig auch auf die Struktur der Landwirtschaft in Europa aus.
- Schwankungen können auch infolge von Wirtschaftskrisen auftreten, in denen zusätzliche Beihilfen gewährt werden, oder infolge struktureller Probleme, wenn Projekte verzögert oder nicht vollständig umgesetzt werden. Solche Unterschiede zeigen, dass die Subventionen nicht nur von der landwirtschaftlichen Fläche abhängen, sondern auch davon, wie aktiv ein Land die Förderprogramme nutzt und wie stabil seine Agrarpolitik ist.
Abschließend sollen Sie die Zusatzaufgabe noch einmal rekapitulieren und einige Fragen dazu beantworten.
- Sie sollen sich noch einmal bewusst werden, was Sie in den vorherigen Aufgaben analysiert haben und in welcher Form ihre Ergebnisse anwendbar und verallgemeinerbar sind. Beantworten Sie dazu Frage 1 und 2.
Frage 1: Betrachten Sie exemplarisch Deutschland und Frankreich in Ihrer interaktiven Karte.
Lassen sich Unterschiede in den Subventionssummen zwischen den beiden Ländern vor allem durch politische Rahmenbedingungen, agrarische Strukturen oder durch EU-weite Fördermaßnahmen erklären?
Welche Schlussfolgerungen könnten daraus für die wirtschaftspolitische Steuerung oder für die Vergleichbarkeit der Subventionen zwischen Ländern gezogen werden?
Frage 2: Vergleichen Sie Länder mit stark schwankenden Subventionen über die Jahre (z.B. Länder, bei denen es große Anstiege oder Rückgänge gibt).
Was fällt Ihnen bei der Verteilung und der zeitlichen Entwicklung der Subventionen auf?
Recherchieren Sie für diese Länder mögliche Ursachen, die diese Schwankungen verursacht haben könnten (z.B. politische Entscheidungen, Fördermaßnahmen, wirtschaftliche Krisen, Struktur der Landwirtschaft)?
Wenn wir Deutschland und Frankreich auf der interaktiven Karte vergleichen, fällt schnell auf, dass Frankreich deutlich höhere Subventionen erhält. Das liegt vor allem an der Struktur der französischen Landwirtschaft: Frankreich verfügt über die größte landwirtschaftliche Fläche in der EU und produziert entsprechend viel. Da ein Großteil der EU Mittel an die Fläche gebunden ist, fließen automatisch mehr Mittel nach Frankreich. Auch Deutschland erhält hohe Beträge, aufgrund seiner geringeren landwirtschaftlichen Fläche und vielfältigeren Wirtschaftsstrukturen sind diese jedoch geringer. Für die wirtschaftliche Bewertung bedeutet dies, dass die Subventionen nicht einfach zwischen den einzelnen Ländern verglichen werden können, ohne die landwirtschaftliche Fläche, die Produktionsweise und die Bedeutung des Sektors im jeweiligen Land zu berücksichtigen.
Betrachtet man die Länder mit stark schwankenden Subventionen, so fällt auf, dass diese vor allem in Mittel- und Osteuropa zu finden sind. Dort schwanken die Subventionsbeträge von Jahr zu Jahr deutlich stärker als in den großen Agrarländern. Ein Grund dafür ist, dass viele Förderprogramme an konkrete Projekte gebunden sind. Hinzu kommen politische und wirtschaftliche Faktoren wie EU-Beitrittsphasen, nationale Krisen, Sonderförderprogramme oder Probleme in der Landwirtschaft. Schwankungen sind meist ein Zeichen dafür, dass sich ein Land im Wandel befindet oder stärker von einzelnen EU-Programmen abhängig ist.
Quellenverzeichnis
[1] Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz
Baden-Württemberg (o. J.):
„Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)“.
URL: https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unsere-themen/laendlicher-raum/politik-fuer-den-laendlichen-raum/eu-agrarpolitik
[2] Europäische Kommission (o. J.):
„Anteil der GAP-Ausgaben an den Gesamtausgaben der EU“.
URL: https://agriculture.ec.europa.eu/data-and-analysis/financing/cap-expenditure_de
[3] Statista (2025):
„Europäische Union: Anteile der Wirtschaftssektoren am
Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2014 bis 2024“.
URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/249078/umfrage/anteile-der-wirtschaftssektoren-am-bruttoinlandsprodukt-bip-der-eu
[4] Statista (2025):
„Anteile der Wirtschaftssektoren am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in
ausgewählten Industrie- und Schwellenländern im Jahr 2024“.
URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37088/umfrage/anteile-der-wirtschaftssektoren-am-bip-ausgewaehlter-laender
[5] Statista (2025):
„Europäische Union: Verteilung der Erwerbstätigen auf die
Wirtschaftssektoren von 2013 bis 2023“.
URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/249082/umfrage/erwerbstaetige-nach-wirtschaftssektoren-in-der-europaeischen-union-eu
[6] Statista (2025):
„Deutschland: Erwerbstätige nach Wirtschaftssektoren von 2013 bis
2024“.
URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/249082/umfrage/erwerbstaetige-nach-wirtschaftssektoren-in-der-europaeischen-union-eu
[7] Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) (o. J.):
„Wie funktioniert die Gemeinsame Agrarpolitik der EU?“.
URL: https://www.landwirtschaft.de/wirtschaft/agrarmaerkte/foerderung/wie-funktioniert-die-gemeinsame-agrarpolitik-der-eu
[8] Wikipedia (o. J.):
„Kofinanzierung“.
URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kofinanzierung
[9] EU CAP Network (o. J.):
„The Common Agricultural Policy – Overview“.
URL: https://eu-cap-network.ec.europa.eu/common-agricultural-policy-overview_en